E-BRAiN – Evidenz-basierte Robot-Assistenz in der Neurorehabilitation

Schlaganfall-bedingte Behinderungen („neuro-disabilities“) nehmen weltweit deutlich zu, ein Trend, der sich in den nächsten Jahren weiter verstärken wird. Gleichzeitig kann eine evidenz-basierte, inhaltlich und im Umfang adäquate neurorehabilitative Behandlung Behinderung nachhaltig reduzieren und Selbständigkeit im Alltag wiederherstellen. Doch wie soll das gelingen, wenn der Bedarf wächst, nicht aber die Ressourcen? Humanoide Robots als Therapie-Assistenz in der Neurorehabilitation haben ein Potential, einen Beitrag zu leisten, sie könnten den Wirkkreis humaner Behandler (Ärzte und Therapeuten) nachhaltig erweitern.

Dies ist zunächst aber nur eine Forschungsidee. Solche humanoiden Therapieroboter gibt es nicht. Für ihre Entwicklung sind eine Reihe wissenschaftlicher Fragen zu klären, die eines genuin interprofessionellen Ansatzes bedürfen und ohne dem eine seriöse und gesellschaftlich verantwortliche Entwicklung nicht realisiert werden kann. Zum einen gilt es in Zusammenarbeit von Medizin und Informationstechnologie die Möglichkeiten einer digitalen Implementierung neurorehabilitativer Therapieverfahren (Motorik, visuelles System, Kognition) in einem Robot-System zu erforschen. Da ein humanoider Roboter ein „menschliches“ Aussehen hat, sprachlich und mimisch interagiert, ist seine Aktivität als „therapeutischer Assistent“ im Sinne einer „Beziehung“ zu gestalten und zu evaluieren; hier ist psychologische Kompetenz gefragt. Aber auch die Interaktionsphänomene, die spezifisch aus Schlaganfall-bedingten Behinderungen resultieren, müssen medizinisch erforscht und berücksichtigt werden. Selbst wenn als dies gelingt, stellen sich Fragen zur Akzeptanz und der Präferenzen der Nutzer, der klinischen Effekte sowie der Kosten und damit der Relevanz für eine zukünftige medizinische Versorgung.

Der multiprofessionelle E-BRAiN-Forschungsverbund M-V wird diese Fragen beantworten.

Short Facts

  • Project title: Joint project E-BRAiN – Evidenz-basierte Robot-Assistenz in der Neurorehabilitation
  • Sub-project at MMIS: Umsetzung therapeutischer Maßnahmen der Neurorehabilitation auf einer humanoiden Roboter-Plattform
  • Runtime: 01.07.2019 - 30.06.2022
  • Sponsor: Europäischer Sozialfond ESF
  • Budget: > 300.000 Euro at MMIS (about 2.300.000 Euro in total)
  • Reference number: ESF/14-BM-A55-0002/19

Collaboration Partner

  • Prof. Thomas Platz, Universitätsmedizin Greifswald Neurorehabilitation / Core Unit Funktionelle Bildgebung
  • Prof. Peter Forbrig, Universität Rostock, Institut für Informatik / Softwaretechnik
  • Prof. Alfons Hamm, Universität Greifswald Institut für Psychologie
  • Prof. Axel Mühlbacher, Hochschule Neubrandenburg Fachbereich Gesundheit, Pflege und Management